Eine lokale Webvisualisierung lässt sich aus der Ferne aufrufen, indem Sie deren URL über einen Cloud-Adapter im lokalen Netzwerk registrieren und den Zugriff darüber sicher ins Internet routen. Der Webinhalt wird dabei nicht öffentlich freigegeben, sondern über eine verschlüsselte Verbindung durch die Cloud-Plattform übertragen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Methoden, Sicherheit und Integration.
Warum ist der Fernzugriff auf lokale Webvisualisierungen technisch anspruchsvoll?
Lokale Webvisualisierungen sind bewusst nur im internen Netzwerk erreichbar. Sie besitzen keine öffentliche IP-Adresse, kein gültiges SSL-Zertifikat und keine Authentifizierungsschicht für externe Zugriffe. Wer eine SPS-Webvisualisierung oder ein gerätespezifisches HMI aus der Ferne aufrufen möchte, muss deshalb eine sichere Brücke zwischen dem lokalen Netz und dem Internet bauen.
Das klingt einfacher, als es ist. Viele Steuerungen und Embedded-Geräte laufen in isolierten Netzwerksegmenten hinter Firewalls, die ausgehende Verbindungen erlauben, eingehende aber blockieren. Eine direkte Portweiterleitung im Router ist zwar technisch möglich, öffnet aber das lokale Netz für potenzielle Angriffe und verstößt häufig gegen Unternehmensrichtlinien. Hinzu kommt, dass viele Webvisualisierungen nur über HTTP ohne Verschlüsselung kommunizieren, was sie im offenen Internet zu einem Sicherheitsrisiko macht.
Für Automatisierungstechniker bedeutet das: Der Fernzugriff auf eine lokale Webvisualisierung erfordert nicht nur Netzwerkkenntnisse, sondern auch ein durchdachtes Sicherheitskonzept. Wer diesen Aufwand unterschätzt, riskiert entweder einen unsicheren Zugang oder einen, der im Ernstfall gar nicht funktioniert.
Welche Methoden gibt es, um eine lokale Webvisualisierung remote erreichbar zu machen?
Es gibt im Wesentlichen drei etablierte Methoden, um eine lokale Webvisualisierung aus der Ferne aufzurufen: VPN-Tunnel, Reverse Proxy und Cloud-basiertes Visu-Routing. Jede Methode hat unterschiedliche Anforderungen an Infrastruktur, Konfigurationsaufwand und Sicherheitsniveau.
VPN-Tunnel
Ein VPN verbindet den entfernten Rechner mit dem lokalen Netzwerk, als wäre er physisch vor Ort. Danach können Sie die Webvisualisierung über ihre lokale IP-Adresse im Browser aufrufen. Der Vorteil: Sie greifen auf alle Ressourcen im Netz zu. Der Nachteil: VPN-Clients müssen auf jedem Endgerät installiert und konfiguriert werden, und die Verwaltung von Zertifikaten und Zugriffsrechten ist aufwendig.
Reverse Proxy
Ein Reverse Proxy leitet eingehende Anfragen aus dem Internet an den internen Webserver weiter. Er kann SSL-Terminierung übernehmen und Authentifizierung vorschalten. Diese Lösung erfordert jedoch einen öffentlich erreichbaren Server, Kenntnisse in der Serverkonfiguration und regelmäßige Wartung. Für kleinere Teams oder Einzelprojekte ist der Aufwand oft unverhältnismäßig hoch.
Cloud-basiertes Visu-Routing
Beim Visu-Routing hinterlegen Sie die lokale URL der Webvisualisierung in einem Cloud-Adapter, der im selben Netzwerk wie die Steuerung läuft. Der Adapter baut eine ausgehende, verschlüsselte Verbindung zur Cloud-Plattform auf. Von dort aus können Sie die Visualisierung im Browser aufrufen, ohne Ports zu öffnen oder einen eigenen Server zu betreiben. Diese Methode ist besonders für industrielle Umgebungen geeignet, weil sie keine eingehenden Verbindungen erfordert und sich ohne Netzwerkkonfiguration einrichten lässt.
Wie sicher ist der Fernzugriff auf eine Webvisualisierung?
Die Sicherheit des Fernzugriffs auf eine Webvisualisierung hängt direkt von der gewählten Methode ab. Eine direkte Portweiterleitung ohne Verschlüsselung und Authentifizierung ist gefährlich. Ein gut konfiguriertes VPN oder ein Cloud-basiertes Routing mit HTTPS-Verschlüsselung bietet hingegen ein hohes Sicherheitsniveau.
Besonders kritisch ist, dass viele lokale Webvisualisierungen intern nur über HTTP kommunizieren und keine Benutzeranmeldung kennen. Wer diese Oberflächen direkt ins Internet stellt, gibt potenziell sensible Prozessdaten und Steuerfunktionen ohne jede Absicherung preis.
Beim Cloud-basierten Visu-Routing wird der ursprünglich unsichere Webinhalt durch die Cloud-Plattform über eine HTTPS-Verbindung übertragen. Der Zugriff erfolgt ausschließlich über das Portal, das eine eigene Benutzerverwaltung mit Rollen und Berechtigungen mitbringt. Das bedeutet: Selbst eine Visualisierung, die intern keinerlei Authentifizierung hat, ist nach außen hin durch die Zugangskontrolle der Plattform geschützt. Wer mehr über die verschiedenen Möglichkeiten für sicheren Fernzugriff erfahren möchte, findet dort einen detaillierten Vergleich der gängigen Ansätze.
Welche Rolle spielt eine Cloud-Plattform beim Fernzugriff auf Webvisualisierungen?
Eine Cloud-Plattform übernimmt beim Fernzugriff auf lokale Webvisualisierungen die Rolle eines sicheren Vermittlers. Sie stellt die Verbindung zwischen dem lokalen Netzwerk und dem Endgerät des Nutzers her, ohne dass Sie Ports öffnen, Server betreiben oder Netzwerkkonfigurationen anpassen müssen.
Konkret bedeutet das: Ein Cloud-Adapter, der lokal auf einem Gerät im selben Netzwerk wie die Steuerung läuft, baut eine ausgehende Verbindung zur Cloud auf. Die Plattform fungiert als Router und stellt die Webvisualisierung über eine gesicherte HTTPS-Verbindung im Portal bereit. Der Nutzer sieht die Visualisierung direkt in seinem Browser, ohne VPN-Client oder zusätzliche Software.
Darüber hinaus bündelt eine Cloud-Plattform mehrere Fernzugriffsfunktionen in einer einzigen Oberfläche. Neben dem Visu-Routing können Sie über dieselbe Plattform Prozessdaten überwachen, Alarme konfigurieren, historische Auswertungen abrufen und bei Bedarf auch einen Fernzugriff per VNC oder VPN nutzen. Das reduziert den Verwaltungsaufwand erheblich, weil Sie nicht mehrere separate Werkzeuge koordinieren müssen.
Lässt sich eine bestehende Webvisualisierung in eine Cloud-Lösung integrieren, ohne sie neu zu programmieren?
Ja, eine bestehende Webvisualisierung lässt sich in eine Cloud-Lösung integrieren, ohne sie neu zu programmieren. Sie müssen lediglich die lokale URL der Visualisierung im Cloud-Adapter hinterlegen. Anschließend können Sie die Oberfläche per Drag-and-Drop in eine Ansicht der Cloud-Plattform einbetten und von dort aus bedienen.
Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber klassischen Ansätzen: Sie ersetzen Ihre bestehende Lösung nicht, sondern erweitern sie. Die Webvisualisierung bleibt unverändert auf dem lokalen Gerät oder der Steuerung. Die Cloud-Plattform macht sie lediglich von außen erreichbar und fügt eine Sicherheitsschicht hinzu.
Dieser Ansatz eignet sich besonders für Szenarien, in denen gerätespezifische Konfigurationsoberflächen, SPS-Webserver oder proprietäre HMI-Oberflächen bereits vorhanden sind und weiterhin genutzt werden sollen. Statt eine neue Visualisierung von Grund auf zu entwickeln, integrieren Sie das Vorhandene in eine übergeordnete Fernzugriffsstruktur. Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.
Wann sollte man auf eine dedizierte Fernzugriffslösung statt auf VPN setzen?
Eine dedizierte Fernzugriffslösung ist dann sinnvoller als ein klassisches VPN, wenn Sie viele Standorte verwalten, unterschiedliche Nutzer mit unterschiedlichen Berechtigungen haben oder den Zugriff auf spezifische Ressourcen wie Webvisualisierungen beschränken möchten, ohne das gesamte Netzwerk zu öffnen.
VPN ist ein mächtiges Werkzeug, aber es ist oft zu weitreichend. Wer sich per VPN verbindet, erhält in der Regel Zugang zum gesamten lokalen Netzwerk. Das ist für einen Servicetechniker, der nur eine Webvisualisierung aufrufen oder einen Parameter prüfen möchte, mehr als notwendig. Jede unnötige Netzwerkexposition erhöht das Risiko.
Dedizierte Lösungen wie das Visu-Routing erlauben einen granularen Zugriff: Sie geben genau eine URL frei, nicht ein ganzes Netzwerksegment. Zusätzlich entfällt die Notwendigkeit, VPN-Clients auf jedem Endgerät zu installieren und zu pflegen. Der Zugriff erfolgt über den Browser, was besonders in Umgebungen mit wechselnden Geräten oder externen Dienstleistern praktisch ist.
VPN bleibt die richtige Wahl, wenn Sie tiefen Netzwerkzugriff benötigen, etwa um eine SPS zu programmieren, Dateien zu übertragen oder Diagnosewerkzeuge zu nutzen, die direkt auf Netzwerkebene kommunizieren. Für den reinen Fernzugriff auf eine Webvisualisierung ist eine dedizierte Lösung in den meisten Fällen die schlankere und sicherere Alternative. Einen strukturierten Vergleich beider Ansätze bietet die Übersicht zum VPN-Fernzugriff über die Cloud.
Wie wir bei AnyViz den Fernzugriff auf lokale Webvisualisierungen lösen
Wir bei AnyViz haben den Fernzugriff auf lokale Webvisualisierungen so gestaltet, dass er ohne Netzwerkkonfiguration, ohne offene Ports und ohne Programmierkenntnisse funktioniert. Unser Cloud-Adapter übernimmt die Verbindung zwischen dem lokalen Netzwerk und dem Portal, Sie müssen lediglich die URL Ihrer Webvisualisierung hinterlegen.
- Visu-Routing ohne Konfigurationsaufwand: Lokale Weboberflächen, SPS-Webserver und gerätespezifische HMIs lassen sich per Drag-and-Drop in Ansichten einbetten und sicher über HTTPS bereitstellen.
- Sicherheit ohne Kompromisse: Auch intern unsichere HTTP-Inhalte werden im Portal über eine verschlüsselte Verbindung übertragen. Der Zugriff ist durch Benutzerverwaltung und Rollenkonzepte abgesichert.
- Alles in einer Plattform: Neben dem Visu-Routing bieten wir VPN-Fernzugriff, VNC-Integration, Kamera-Streams, Prozessdatenüberwachung und Alarmierung in einer einzigen Oberfläche.
- Keine zusätzliche Hardware erforderlich: Unser Cloud-Adapter lässt sich auf vorhandenen Geräten installieren, auf Linux- und Windows-Systemen sowie auf Plattformen wie PLCnext, ctrlX oder Weidmüller.
- Entwickelt von Mirasoft: Hinter AnyViz steht die Mirasoft GmbH & Co. KG, die die Plattform kontinuierlich für industrielle Anforderungen weiterentwickelt.
Wenn Sie sehen möchten, wie sich Ihre bestehende Webvisualisierung in wenigen Minuten remote erreichbar machen lässt, können Sie sich bei AnyViz kostenlos registrieren und die Plattform direkt testen.

