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Welche Voraussetzungen braucht Fernüberwachung?

vor 2 Wochen
Knowledge Base
Industrielles Steuerungspanel mit blinkenden Status-LEDs, per Ethernet-Kabel mit Laptop verbunden, der Echtzeit-Sensordaten anzeigt, in moderner Fabrikumgebung.

Für eine Fernüberwachung industrieller Anlagen brauchen Sie im Wesentlichen drei Dinge: eine Internetverbindung an der Anlage, eine kompatible Steuerung oder ein Gateway, das Daten erfasst und überträgt, sowie eine Software- oder Cloud-Plattform, die diese Daten empfängt, visualisiert und auswertet. Die genauen Anforderungen hängen von der Anlagengröße, dem eingesetzten Protokoll und den gewünschten Funktionen ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Technik, Konnektivität, Sicherheit und Integration.

Was wird technisch für eine Fernüberwachung benötigt?

Für eine funktionierende Fernüberwachung benötigen Sie auf der Anlagenseite eine Steuerung (SPS) oder ein IoT-Gateway, das Sensordaten erfasst, sowie einen Internetzugang. Auf der Softwareseite brauchen Sie eine Plattform, die Daten empfängt, speichert und visualisiert. Ein lokaler Adapter oder eine Agentensoftware verbindet die Steuerung mit der Cloud.

Die Steuerung übernimmt dabei eine zentrale Rolle: Sie sammelt alle angeschlossenen Sensor- und Messwerte und leitet sie gebündelt weiter. Das bedeutet, dass nicht jeder einzelne Sensor über einen eigenen Internetzugang verfügen muss. Die SPS fungiert als Gateway in die Cloud und reduziert so den Installationsaufwand erheblich.

Auf der Empfangsseite speichert eine Cloud-Plattform die übertragenen Daten redundant, stellt sie in Echtzeit dar und ermöglicht den Zugriff von jedem Endgerät mit Internetverbindung. Für die Datensicherheit sorgen verschlüsselte Übertragungsprotokolle sowie eine gesicherte Benutzerauthentifizierung. Wichtig ist außerdem, dass die Plattform Daten lokal zwischenspeichert, wenn die Verbindung kurzzeitig unterbrochen wird, und sie nach Wiederherstellung automatisch synchronisiert.

Welche Netzwerk- und Konnektivitätsanforderungen gelten?

Für die meisten Fernüberwachungslösungen reicht ein einfacher Internetzugang an der Anlage aus. Eine statische IP-Adresse oder spezielle Firewall-Konfigurationen sind in der Regel nicht notwendig, wenn die Lösung auf ausgehende Verbindungen setzt. Mobilfunkverbindungen (3G, 4G, LTE) sind ebenfalls ausreichend, sofern das Übertragungsprotokoll datensparsam arbeitet.

Ein gut optimiertes Übertragungsprotokoll benötigt pro Datenpunkt durchschnittlich nur 2 bis 10 MB pro Monat. Das macht Fernüberwachung auch an Standorten mit schwacher oder teurer Mobilfunkverbindung wirtschaftlich sinnvoll. Bei Bedarf lässt sich das Datenvolumen noch weiter reduzieren.

Für Standorte ohne Mobilfunkempfang bietet sich das LoRaWAN-Protokoll an. IoT-Sensoren, die über LoRaWAN kommunizieren, erreichen Reichweiten von bis zu 10 km, benötigen keinen Stromanschluss und laufen mit Batterien über mehrere Jahre. Das macht sie besonders geeignet für abgelegene Außenstandorte wie Pumpstationen, Regenbecken oder landwirtschaftliche Anlagen.

Welche Protokolle unterstützt industrielle Fernüberwachung?

Industrielle Fernüberwachungslösungen unterstützen eine Vielzahl etablierter Kommunikationsprotokolle, darunter OPC UA, Modbus, Siemens TCP, Beckhoff ADS, EtherNet/IP, BACnet, M-Bus, CODESYS und MQTT. Welches Protokoll zum Einsatz kommt, hängt von der eingesetzten Steuerung und dem Anlagentyp ab.

OPC UA gilt als herstellerübergreifender Standard für den sicheren Datenaustausch in der Industrie und eignet sich besonders für komplexe Anlagen mit vielen Datenpunkten. Modbus ist weit verbreitet in der Energiemesstechnik und bei älteren Steuerungen. BACnet wird häufig in der Gebäudeautomation eingesetzt, während M-Bus typischerweise für Wärme- und Wasserzähler genutzt wird.

MQTT ist ein leichtgewichtiges Protokoll, das sich für IoT-Anwendungen mit vielen verteilten Sensoren bewährt hat. Es arbeitet nach dem Publish-Subscribe-Prinzip und ist besonders effizient bei instabilen oder bandbreitenbeschränkten Verbindungen. Die Unterstützung mehrerer Protokolle in einer einzigen Plattform ist wichtig, wenn Sie Anlagen unterschiedlicher Hersteller oder Generationen in einem System zusammenführen möchten.

Welche Cybersicherheitsanforderungen muss Fernüberwachung erfüllen?

Fernüberwachungslösungen müssen Daten verschlüsselt übertragen, eine gesicherte Benutzerauthentifizierung gewährleisten und den Zugriff auf freigegebene Ressourcen beschränken. Darüber hinaus sollten Daten in zertifizierten Rechenzentren gespeichert werden und ausschließlich dem Betreiber gehören.

Cloud-Lösung versus VPN

Klassische VPN-Lösungen bilden private Netzwerke über Router mit statischen IP-Adressen oder dynamischen DNS-Einträgen. Das ist aufwendig, teuer und wartungsintensiv. Ein größeres Sicherheitsrisiko besteht darin, dass ein Angreifer nach dem Diebstahl von VPN-Zugangsdaten Zugriff auf das gesamte private Netzwerk erhält und im schlimmsten Fall das Steuerungsprogramm beeinflussen kann.

Cloud-basierte Fernüberwachungslösungen begrenzen den Zugriff technisch auf die Ressourcen, die der SPS-Programmierer explizit freigegeben hat. Das Steuerungsprogramm selbst bleibt auch bei entwendeten Zugangsdaten unerreichbar. Zusätzlich müssen bei Cloud-Lösungen keine eingehenden Verbindungen in der Firewall geöffnet werden, was die Angriffsfläche deutlich reduziert.

Datenspeicherung und Datensouveränität

Ihre Betriebsdaten sollten redundant in mindestens zwei Rechenzentren gespeichert werden, idealerweise innerhalb der EU, um die Anforderungen der DSGVO zu erfüllen. Wichtig ist, dass die Daten ausschließlich Ihnen gehören und nicht an Dritte weitergegeben werden. Prüfen Sie bei der Auswahl einer Plattform, ob diese Punkte vertraglich zugesichert sind.

Braucht man IT-Kenntnisse für die Einrichtung einer Fernüberwachung?

Nein, für die Einrichtung moderner Fernüberwachungslösungen sind keine Programmierkenntnisse oder tiefgreifende IT-Kenntnisse notwendig. Viele Plattformen ermöglichen die Verbindung einer Steuerung mit der Cloud in wenigen Minuten über eine geführte Konfiguration. Visualisierungen und Berichte lassen sich anschließend per Drag-and-Drop erstellen.

Voraussetzung ist lediglich, dass Sie wissen, welches Protokoll Ihre Steuerung unterstützt und welche Datenpunkte Sie überwachen möchten. Die eigentliche Konfiguration übernimmt in der Regel der Anlagenbauer oder der Inbetriebnehmer, der die Steuerung kennt. Für den laufenden Betrieb und die tägliche Nutzung des Monitoring-Portals sind keine IT-Kenntnisse erforderlich.

Besonders für kleine und mittlere Unternehmen ist das ein wichtiger Vorteil: Sie müssen keine eigene IT-Abteilung aufbauen oder externe Spezialisten dauerhaft beauftragen. Cloud-basierte Lösungen übernehmen Wartung, Updates und Infrastruktur automatisch im Hintergrund.

Lässt sich Fernüberwachung in bestehende Anlagen integrieren?

Ja, Fernüberwachung lässt sich in der Regel ohne Eingriff in bestehende Steuerungsprogramme oder laufende Prozesse integrieren. Ein Adapter oder eine Agentensoftware wird auf der Steuerung oder einem separaten Gerät installiert und liest die vorhandenen Datenpunkte aus. Bestehende Lösungen werden dadurch nicht ersetzt, sondern um Fernzugriff und Analysefunktionen erweitert.

Auch vorhandene lokale Visualisierungen lassen sich einbinden: Wenn Sie bereits eine Web-Visualisierung oder gerätespezifische Konfigurationsoberflächen im lokalen Netzwerk betreiben, können Sie diese über die Cloud-Plattform remote zugänglich machen. Die URL wird einmalig hinterlegt, und die lokale Oberfläche steht anschließend sicher über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung von überall zur Verfügung.

Darüber hinaus lassen sich bestehende Panels per VNC einbinden und Kamera-Streams direkt in das Monitoring-Portal integrieren. Das bedeutet: Sie müssen nicht bei null anfangen. Ihre vorhandene Infrastruktur bleibt erhalten, und Sie ergänzen sie gezielt um die Funktionen, die Sie tatsächlich benötigen.

Fernüberwachung mit AnyViz umsetzen

Wir bei AnyViz haben unsere Cloud-Plattform genau für die Anforderungen entwickelt, die in diesem Artikel beschrieben werden: schnelle Inbetriebnahme, breite Protokollunterstützung, hohe Datensicherheit und nahtlose Integration in bestehende Anlagen.

  • Verbindung in wenigen Minuten: Steuerungen lassen sich über OPC UA, Modbus, Siemens TCP, Beckhoff ADS, EtherNet/IP, BACnet, M-Bus, CODESYS und MQTT anbinden, ohne Programmierkenntnisse.
  • Datensparsames Protokoll: Unser eigens entwickeltes Kommunikationsprotokoll verschlüsselt Daten bereits auf Steuerungsebene und funktioniert auch über langsame Mobilfunkverbindungen zuverlässig.
  • Kein VPN notwendig: Die Firewall muss keine eingehenden Verbindungen zulassen. Der Zugriff ist technisch auf freigegebene Ressourcen begrenzt.
  • Condition Monitoring und Alarmierung: Jeder Datenpunkt lässt sich automatisch überwachen. Alarme erreichen Ihr Team per E-Mail, Push-Benachrichtigung, SMS oder Sprachanruf.
  • Integration ohne Systemwechsel: Bestehende Panels, lokale Webvisualisierungen und Kamera-Streams lassen sich direkt einbinden.
  • Skalierbar für jede Projektgröße: Von der einfachen Einzelanlage bis zum standortübergreifenden Energiemanagementsystem: Flexible Subscriptions wachsen mit Ihrem Projekt.

Wenn Sie AnyViz selbst ausprobieren möchten, können Sie sich jetzt kostenlos registrieren und den vollen Funktionsumfang der Plattform direkt erkunden.

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