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Wie sicher ist die Fernüberwachung von Industrieanlagen?

vor 2 Wochen
Knowledge Base
Industrielles Steuerungspanel mit leuchtenden Statusanzeigen hinter Sicherheitsglas, Vorhängeschloss an Stahlkabel im Vordergrund, Fabrikhalle unscharf im Hintergrund.

Die Fernüberwachung von Industrieanlagen ist bei richtiger Umsetzung sicher. Moderne Lösungen verschlüsseln Daten bereits auf Steuerungsebene, setzen auf gesicherte Benutzerauthentifizierung und erfordern keine offenen Ports in der Firewall. Das Sicherheitsniveau hängt dabei stark von der gewählten Technologie und der Konfiguration durch den Betreiber ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Sicherheit, Verschlüsselung und Schutzmaßnahmen bei der industriellen Fernüberwachung.

Welche Sicherheitsrisiken entstehen beim Fernzugriff auf Industrieanlagen?

Beim Fernzugriff auf Industrieanlagen entstehen vor allem drei Risikokategorien: unbefugter Zugriff durch schwache Authentifizierung, Datenmissbrauch durch unverschlüsselte Übertragung sowie Angriffsflächen durch schlecht konfigurierte Netzwerkzugänge. Hinzu kommen Risiken durch veraltete Software und fehlende Sicherheitsupdates auf Steuerungsebene.

Industrieanlagen waren historisch gesehen von öffentlichen Netzwerken isoliert. Mit der zunehmenden Vernetzung im Rahmen von Industrie 4.0 und IIoT öffnen sich diese Systeme jedoch dem Internet, was neue Angriffsvektoren schafft. Besonders kritisch sind folgende Szenarien:

  • Man-in-the-Middle-Angriffe: Wenn Daten unverschlüsselt übertragen werden, können Angreifer den Datenverkehr abfangen und manipulieren.
  • Brute-Force-Angriffe: Schwache oder wiederverwendete Passwörter ermöglichen es Angreifern, sich durch systematisches Ausprobieren Zugang zu verschaffen.
  • Offene Ports und Firewall-Lücken: Lösungen, die eingehende Verbindungen durch die Firewall erfordern, vergrößern die Angriffsfläche erheblich.
  • Veraltete Firmware und Software: Ungepatchte Systeme enthalten bekannte Sicherheitslücken, die gezielt ausgenutzt werden können.

Betreiber sollten diese Risiken nicht als Argument gegen die Fernüberwachung werten, sondern als Anforderungsliste an die gewählte Lösung. Eine gut konzipierte Fernüberwachungsplattform adressiert all diese Punkte durch Architekturentscheidungen, nicht durch nachträgliche Absicherung.

Wie werden Daten bei der industriellen Fernüberwachung verschlüsselt?

Bei der industriellen Fernüberwachung werden Daten in der Regel durch Transport Layer Security (TLS) verschlüsselt. Fortschrittlichere Lösungen verschlüsseln die Daten bereits auf Steuerungsebene, bevor sie das lokale Netzwerk verlassen. Das bedeutet, dass selbst bei einem kompromittierten Netzwerkknoten keine lesbaren Prozessdaten abgegriffen werden können.

Die Verschlüsselung greift dabei auf mehreren Ebenen:

  1. Verschlüsselung auf Steuerungsebene: Die Daten werden direkt an der SPS oder dem Gateway verschlüsselt, noch bevor sie das Anlagennetzwerk verlassen.
  2. Verschlüsselte Übertragung: Der Datentransport zwischen Anlage und Cloud-Plattform erfolgt über verschlüsselte Verbindungen, vergleichbar mit dem HTTPS-Standard im Web.
  3. Verschlüsselte Speicherung: Seriöse Cloud-Plattformen speichern Daten verschlüsselt und georedundant, sodass auch bei einem Serverausfall keine Daten verloren gehen oder in falsche Hände geraten.

Wichtig ist, dass die Verschlüsselung nicht nur den Datentransport betrifft, sondern auch die Authentifizierung der Kommunikationspartner. Nur Geräte und Benutzer mit gültigen Zugangsdaten und Zertifikaten dürfen Daten senden oder empfangen. Betreiber sollten beim Vergleich von Lösungen gezielt nach dem verwendeten Verschlüsselungsprotokoll und dem Zeitpunkt der Verschlüsselung im Datenpfad fragen.

Was ist der Unterschied zwischen VPN und cloudbasierter Fernüberwachung?

VPN und cloudbasierte Fernüberwachung bieten beide verschlüsselte Verbindungen und gesicherte Authentifizierung. Der wesentliche Unterschied liegt in der Umsetzungskomplexität und der Netzwerkkonfiguration: VPN erfordert offene eingehende Ports in der Firewall und eine aufwendige Konfiguration, während cloudbasierte Lösungen ausschließlich ausgehende Verbindungen nutzen und damit keine Firewall-Anpassungen benötigen.

VPN: Bewährt, aber komplex

Ein Virtual Private Network (VPN) baut einen verschlüsselten Tunnel zwischen dem Endgerät des Nutzers und dem Anlagennetzwerk auf. Das ist technisch solide, bringt aber praktische Herausforderungen mit sich: Die Firewall muss eingehende Verbindungen zulassen, was die Angriffsfläche vergrößert. Zudem erfordert die Einrichtung und Verwaltung von VPN-Zugängen IT-Fachkenntnisse und regelmäßige Pflege. Bei vielen Standorten oder wechselnden Nutzern steigt der Verwaltungsaufwand erheblich.

Cloudbasierte Fernüberwachung: Sicher und einfacher umsetzbar

Cloudbasierte Fernüberwachungslösungen bauen die Verbindung von der Anlage zur Cloud auf, nicht umgekehrt. Die Steuerung oder das Gateway initiiert eine ausgehende, verschlüsselte Verbindung zur Cloud-Plattform. Die Firewall muss dafür keine eingehenden Verbindungen zulassen. Das Sicherheitsniveau ist mit VPN vergleichbar, der Konfigurationsaufwand jedoch deutlich geringer. Für den Zugriff wird lediglich ein Internetanschluss benötigt. Besonders für Betreiber mit mehreren Standorten oder ohne dediziertes IT-Personal ist dieser Ansatz deutlich praktikabler.

Welche Sicherheitsstandards und Zertifizierungen sollte eine Fernüberwachungslösung erfüllen?

Eine professionelle Fernüberwachungslösung für Industrieanlagen sollte mindestens die Anforderungen der IEC 62443 berücksichtigen, die speziell für industrielle Automatisierungs- und Steuerungssysteme entwickelt wurde. Darüber hinaus sind ISO 27001 für Informationssicherheitsmanagement und die Datenschutzanforderungen der DSGVO relevant, insbesondere wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden.

Konkret sollten Betreiber bei der Auswahl einer Lösung auf folgende Punkte achten:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Daten müssen vom Entstehungsort bis zur Anzeige durchgehend verschlüsselt sein.
  • Rollenbasierte Zugriffskontrolle: Verschiedene Nutzer sollten nur die Daten und Funktionen sehen, die für ihre Aufgabe relevant sind.
  • Audit-Logs: Alle Zugriffe und Änderungen sollten protokolliert werden, um im Nachhinein nachvollziehbar zu sein.
  • Regelmäßige Sicherheitsupdates: Der Anbieter muss Updates zeitnah und idealerweise automatisch einspielen.
  • Serverstandort und DSGVO-Konformität: Für europäische Betreiber ist ein Serverstandort in der EU und die Einhaltung der DSGVO wichtig.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung: Ein zusätzlicher Authentifizierungsfaktor reduziert das Risiko durch gestohlene Zugangsdaten erheblich.

Zertifizierungen allein sind kein Garant für Sicherheit, aber sie zeigen, dass ein Anbieter seine Prozesse und Systeme systematisch auf Sicherheitsanforderungen ausgerichtet hat. Fragen Sie Anbieter aktiv nach vorhandenen Zertifizierungen und Sicherheitsaudits.

Was passiert bei einem Verbindungsausfall während der Fernüberwachung?

Bei einem Verbindungsausfall während der Fernüberwachung sollte eine robuste Lösung die anfallenden Daten lokal auf der Steuerung zwischenspeichern. Sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, werden die gespeicherten Daten automatisch mit der Cloud synchronisiert. So entstehen keine Datenlücken, auch wenn die Internetverbindung vorübergehend unterbrochen war.

Dieses Verhalten ist besonders wichtig für Anlagen an Standorten mit instabiler Mobilfunkverbindung oder in Regionen mit gelegentlichen Netzwerkausfällen. Die lokale Zwischenspeicherung stellt sicher, dass die Datenhistorie lückenlos bleibt und Auswertungen sowie Alarmierungen auf vollständigen Datensätzen basieren.

Betreiber sollten beim Vergleich von Lösungen gezielt fragen, wie lange und wie viele Datenpunkte lokal gepuffert werden können und ob die Synchronisierung nach einem Ausfall vollständig und in der richtigen zeitlichen Reihenfolge erfolgt. Für sicherheitskritische Anwendungen empfiehlt sich zusätzlich eine redundante Kommunikationsanbindung, etwa durch eine Kombination aus Festnetz und Mobilfunk.

Wie schützen Betreiber ihre Anlagen vor unbefugtem Fernzugriff?

Betreiber schützen ihre Anlagen vor unbefugtem Fernzugriff durch eine Kombination aus technischen und organisatorischen Maßnahmen: starke Authentifizierung, rollenbasierte Zugriffsrechte, regelmäßige Überprüfung aktiver Zugänge und die Wahl einer Plattform, die keine offenen eingehenden Ports benötigt. Kein einzelnes Mittel bietet vollständigen Schutz, aber die Kombination mehrerer Schichten reduziert das Risiko erheblich.

Folgende Maßnahmen sind in der Praxis besonders wirksam:

  • Starke, einzigartige Passwörter: Jeder Benutzer sollte ein individuelles, komplexes Passwort verwenden. Standardpasswörter müssen sofort geändert werden.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Selbst wenn ein Passwort kompromittiert wird, verhindert ein zweiter Faktor den unbefugten Zugriff.
  • Minimalprinzip bei Zugriffsrechten: Jeder Nutzer erhält nur die Rechte, die er für seine Aufgabe tatsächlich benötigt. Administratorrechte sollten sparsam vergeben werden.
  • Regelmäßige Überprüfung von Zugängen: Ausgeschiedene Mitarbeiter oder nicht mehr benötigte Zugänge müssen zeitnah deaktiviert werden.
  • Firewall-Konfiguration prüfen: Eingehende Verbindungen sollten auf das absolut notwendige Minimum beschränkt sein. Lösungen, die ohne offene Ports auskommen, sind vorzuziehen.
  • Software aktuell halten: Sowohl die Fernüberwachungsplattform als auch die Firmware der Steuerungen sollten regelmäßig aktualisiert werden.

Organisatorisch ist es wichtig, klare Verantwortlichkeiten für die IT-Sicherheit der Fernzugriffslösung zu definieren. Viele Sicherheitsvorfälle entstehen nicht durch technische Schwächen, sondern durch menschliche Fehler oder fehlende Prozesse. Ein dokumentiertes Zugriffskonzept und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sind daher genauso relevant wie die technische Absicherung.

Fernüberwachung mit AnyViz: Sicherheit und Einfachheit kombiniert

Wir bei AnyViz haben unsere Cloud-Plattform von Grund auf so entwickelt, dass Sicherheit und einfache Inbetriebnahme kein Widerspruch sind. Für Betreiber technischer Anlagen bedeutet das: Sie erhalten eine Fernüberwachungslösung, die ohne offene Firewall-Ports auskommt, Daten bereits auf Steuerungsebene verschlüsselt und bei Verbindungsausfall automatisch lokal puffert und synchronisiert.

Was AnyViz für die sichere Fernüberwachung Ihrer Anlage konkret bietet:

  • Eigens entwickeltes Kommunikationsprotokoll mit Verschlüsselung direkt auf Steuerungsebene
  • Ausschließlich ausgehende Verbindungen, keine offenen eingehenden Ports in der Firewall erforderlich
  • Gesicherte Benutzerauthentifizierung und rollenbasierte Zugriffsrechte für Teams jeder Größe
  • Automatische lokale Zwischenspeicherung bei Verbindungsausfall mit anschließender Synchronisierung
  • Regelmäßige, vollautomatische Sicherheitsupdates durch unser Team
  • Georedundante Datenspeicherung für maximale Ausfallsicherheit
  • Unterstützung gängiger Protokolle wie OPC-UA, Modbus, Siemens TCP, BACnet und MQTT für eine einfache Integration in bestehende Infrastrukturen

Wenn Sie sehen möchten, wie sich AnyViz in Ihrer Anlage einsetzen lässt, können Sie die Plattform ohne Verpflichtung kennenlernen: Jetzt kostenlos registrieren und alle Funktionen entdecken.

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