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Lässt sich Fernüberwachung in bestehende Anlagen integrieren?

vor 1 Tag
Knowledge Base
Industrielles Steuerungspanel mit Legacy-Schaltern, Analoganzeigen und IoT-Gateway auf DIN-Schiene, grüne Status-LED leuchtet.

Ja, Fernüberwachung lässt sich in der Regel problemlos in bestehende Anlagen integrieren, ohne dass Sie die vorhandene Infrastruktur ersetzen müssen. Moderne Lösungen zur Fernüberwachung bestehender Anlagen setzen auf standardisierte Kommunikationsprotokolle und verbinden sich direkt mit vorhandenen Steuerungen. Der Aufwand für die Inbetriebnahme ist dabei deutlich geringer, als viele Betreiber erwarten. Die folgenden Fragen klären, was technisch nötig ist, wie die Integration konkret abläuft und worauf Sie bei Sicherheit und Kompatibilität achten sollten.

Welche technischen Voraussetzungen braucht eine Anlage für Fernüberwachung?

Für die Fernüberwachung einer bestehenden Anlage benötigen Sie im Wesentlichen drei Dinge: eine Steuerung (SPS), einen Internetanschluss am Standort und einen kompatiblen Adapter oder eine Software-Komponente, die die Verbindung zur Cloud herstellt. Besondere Hardware oder ein Serverraum vor Ort sind in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Die Steuerung übernimmt dabei die Rolle eines Gateways. Sie erfasst alle angeschlossenen Sensoren und Messsysteme und leitet die Betriebsdaten an die Cloud weiter. Entscheidend ist, dass die SPS eines der gängigen Kommunikationsprotokolle unterstützt, was bei den meisten modernen und auch älteren Steuerungen der Fall ist.

Für Standorte ohne stabilen Internetanschluss gibt es zusätzliche Optionen: Mobilfunkverbindungen reichen in vielen Fällen aus, da moderne Übertragungsprotokolle für geringe Bandbreiten optimiert sind. Für abgelegene Standorte ohne Mobilfunkempfang eignen sich LoRaWAN-Sensoren mit Batterielaufzeiten von bis zu 15 Jahren und einer Reichweite von bis zu 10 Kilometern.

Wie wird Fernüberwachung in eine bestehende Anlage eingebunden?

Die Integration von Fernüberwachung in bestehende Anlagen erfolgt über eine Software-Komponente, die auf der vorhandenen Steuerung oder einem lokalen Rechner installiert wird. Diese Komponente baut eine verschlüsselte Verbindung zur Cloud auf und überträgt die Prozessdaten in Echtzeit. Eine Anpassung der Anlage selbst ist dabei nicht notwendig.

Der typische Ablauf sieht so aus:

  1. Installation der Verbindungssoftware auf der Steuerung oder einem lokalen System (verfügbar für Linux, Windows sowie Plattformen wie PLCnext, ctrlX oder Weidmüller)
  2. Konfiguration der Kommunikationsverbindung zur Steuerung über das passende Protokoll
  3. Auswahl der relevanten Datenpunkte, die überwacht werden sollen
  4. Aufbau der Visualisierung im Cloud-Portal ohne Programmierkenntnisse
  5. Einrichtung von Alarmen und Benachrichtigungen für definierte Grenzwerte

Viele Betreiber berichten, dass die erste Verbindung zwischen Steuerung und Cloud innerhalb weniger Minuten steht. Der größere Teil der Einrichtungszeit entfällt auf die individuelle Konfiguration der Dashboards und Auswertungen, die sich vollständig ohne Programmierkenntnisse umsetzen lässt.

Muss der laufende Betrieb für die Integration unterbrochen werden?

Nein, eine Betriebsunterbrechung ist für die Nachrüstung von Fernüberwachung in der Regel nicht erforderlich. Die Verbindungssoftware wird parallel zum laufenden Betrieb installiert und konfiguriert. Sie liest Daten aus der Steuerung aus, greift aber nicht aktiv in den Prozess ein, solange Sie das nicht explizit einrichten.

Lediglich wenn Sie aktive Fernsteuerungsfunktionen einrichten möchten, sollten Sie das in einem kontrollierten Zeitfenster tun, um unbeabsichtigte Eingriffe in den Prozess zu vermeiden. Für die reine Überwachung und Datenerfassung ist das jedoch nicht notwendig.

Ein weiterer Vorteil: Fällt die Internetverbindung während des Betriebs aus, werden die Daten lokal auf der Steuerung zwischengespeichert und nach Wiederherstellung der Verbindung automatisch synchronisiert. Der Anlagenbetrieb selbst wird durch einen Verbindungsausfall nicht beeinträchtigt.

Welche bestehenden Systeme und Protokolle werden unterstützt?

Moderne Lösungen zur industriellen Fernüberwachung unterstützen eine breite Palette an Kommunikationsprotokollen, sodass sich die meisten Steuerungen und Systeme direkt anbinden lassen. Zu den gängig unterstützten Protokollen gehören:

  • OPC UA für herstellerübergreifende Kommunikation
  • Modbus TCP/RTU für ältere und einfachere Steuerungen
  • Siemens S7 TCP für Siemens-Steuerungen
  • Beckhoff ADS für TwinCAT-Systeme
  • EtherNet/IP für Allen-Bradley und Rockwell-Systeme
  • BACnet für Gebäudeautomation
  • M-Bus für Zähler und Messgeräte
  • MQTT für IoT-Geräte und Edge-Systeme
  • CODESYS für viele herstellerübergreifende Steuerungen

Diese Protokollvielfalt bedeutet in der Praxis, dass Sie sowohl neuere als auch ältere Anlagen ohne Austausch der Steuerung anbinden können. Auch Mischinstallationen mit Steuerungen verschiedener Hersteller lassen sich in einem zentralen System zusammenführen.

Kann Fernüberwachung bestehende Visualisierungen und Panels ersetzen oder ergänzen?

Fernüberwachung muss bestehende Visualisierungen und Panels nicht ersetzen, sondern kann diese sinnvoll ergänzen. Vorhandene lokale Panels lassen sich per VNC in die Cloud-Lösung einbinden, und lokale Webvisualisierungen können remote zugänglich gemacht werden, ohne dass Sie die bestehende Lösung anfassen müssen.

Das ist besonders relevant für Betreiber, die bereits in lokale HMI-Systeme investiert haben. Die Anlagenüberwachung über die Cloud fügt eine übergeordnete Ebene hinzu: Sie ermöglicht den standortübergreifenden Überblick, die Langzeitauswertung von Betriebsdaten und den Zugriff von unterwegs, ohne die bewährte lokale Bedienung zu verändern.

Gleichzeitig bietet die Cloud-Visualisierung eine echte Alternative zu teuren Bedienpanels. Statt fester Panels an der Wand können Mitarbeiter ihre eigenen Smartphones oder Tablets nutzen, um Anlagen zu bedienen und zu überwachen. Das reduziert Anschaffungskosten und erhöht die Flexibilität im Alltag.

Wie sicher ist die Datenübertragung bei der Fernüberwachung von Anlagen?

Die Datenübertragung bei moderner Remote-Monitoring-Integration ist auf mehreren Ebenen abgesichert. Daten werden bereits auf Steuerungsebene verschlüsselt, bevor sie das lokale Netzwerk verlassen. Zusätzlich erfolgt eine gesicherte Benutzerauthentifizierung, sodass nur autorisierte Personen auf die Anlagendaten zugreifen können.

Firewall und Netzwerksicherheit

Ein wichtiger Aspekt für viele IT-Verantwortliche: Die Verbindung zur Cloud wird ausgehend von der Steuerung aufgebaut. Die vorhandene Firewall muss keine eingehenden Verbindungen zulassen, was das Angriffspotenzial erheblich reduziert. Es wird lediglich ein Internetanschluss benötigt, keine VPN-Konfiguration und keine Öffnung von Ports in der Firewall.

Datenvolumen und Verbindungsstabilität

Für die Übertragung selbst werden pro Datenpunkt durchschnittlich nur 2 bis 10 MB pro Monat benötigt. Das macht die Fernüberwachung von Anlagen per Mobilfunk auch über Mobilfunkverbindungen zuverlässig nutzbar. Bei Verbindungsunterbrechungen werden Daten lokal zwischengespeichert und nach Wiederherstellung der Verbindung vollständig synchronisiert, sodass keine Messwerte verloren gehen.

Insgesamt entspricht das Sicherheitsniveau moderner Cloud-Lösungen dem einer VPN-Verbindung, ist aber deutlich einfacher einzurichten und zu betreiben.

Fernüberwachung bestehender Anlagen mit AnyViz nachrüsten

Wir haben AnyViz genau für diesen Anwendungsfall entwickelt: die schnelle, unkomplizierte Nachrüstung von Fernüberwachung in bestehende Anlagen, ohne laufende Prozesse zu unterbrechen oder vorhandene Infrastruktur zu ersetzen. Unsere Plattform verbindet sich mit Ihrer Steuerung über alle gängigen Protokolle und liefert Ihnen innerhalb kürzester Zeit einen vollständigen Überblick über Ihre Anlage.

Was AnyViz für Betreiber technischer Anlagen konkret bietet:

  • Verbindung zur Steuerung in wenigen Minuten, ohne Programmierkenntnisse
  • Unterstützung aller relevanten Protokolle: OPC UA, Modbus, Siemens TCP, Beckhoff ADS, BACnet, MQTT und weitere
  • Verschlüsselung bereits auf Steuerungsebene, keine Öffnung von Firewall-Ports notwendig
  • Lokale Zwischenspeicherung bei Verbindungsausfall, automatische Synchronisierung
  • Integration bestehender Panels per VNC und lokaler Webvisualisierungen
  • Echtzeit-Visualisierung, Alarmierung per SMS, E-Mail, Push oder Sprachanruf
  • Flexible Subscriptions für kleine und große Projekte, skalierbar nach Bedarf

Wenn Sie sehen möchten, wie sich AnyViz in Ihre bestehende Anlage einfügt, können Sie die Plattform ohne Verpflichtung ausprobieren: Jetzt kostenlos registrieren und alle Funktionen direkt testen.

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