Ein Lüfter soll nachlaufen, eine Pumpe ihre Betriebsstunden zählen, die Außenbeleuchtung mit der Dämmerung schalten. Solche Aufgaben lassen sich in AnyViz ab sofort mit Funktionsbausteinen lösen: direkt in der Cloud, ohne SPS-Programm und ohne Skript.
Viele Automatisierungsaufgaben wiederholen sich in fast jedem Projekt. Ein Signal soll verzögert weitergegeben, ein Durchfluss zu einer Menge aufsummiert oder ein Messwert geglättet werden. Bisher war dafür entweder eine Logik in der SPS, ein Lua-Skript im Universal Cloud Adapter oder ein berechneter Wert mit eigener Formel nötig.
Mit den neuen Funktionsbausteinen stehen diese Funktionen nun fertig zur Verfügung. Sie werden mit wenigen Klicks angelegt und lassen sich ohne Programmierkenntnisse konfigurieren.
Quelle rein, Ergebnis raus
Ein Funktionsbaustein berechnet seinen Wert fortlaufend aus einem bestehenden Datenpunkt, der sogenannten Quelle, oder aus der aktuellen Uhrzeit. Das Ergebnis ist selbst wieder ein Datenpunkt. Es kann wie gewohnt visualisiert, aufgezeichnet, für Alarme genutzt oder als Quelle für einen anderen Datenpunkt verwendet werden, der anschließend etwas schaltet.
Angelegt werden Funktionsbausteine im Objektbaum im neuen Knoten Funktionsbausteine. Nach der Auswahl des gewünschten Bausteins werden nur noch die Quelle und wenige Funktionsparameter festgelegt, etwa eine Verzögerungszeit oder ein Schwellwert.
Die Berechnung läuft zentral in der AnyViz Cloud. War eine Quelle zwischenzeitlich offline und werden ihre Daten später nachgeliefert, berechnen Bausteine wie der Gleitende Mittelwert oder der Betriebsstundenzähler den betroffenen Zeitraum automatisch neu.
Wer aus der SPS-Welt kommt, findet bekannte Bausteine nach IEC 61131-3 wieder. Die Kürzel wie TON, TOF oder TP stehen jeweils in Klammern hinter dem Namen und dienen der Orientierung. Für die Nutzung sind keine SPS-Kenntnisse erforderlich.
Acht Bausteine für den Start
Zum Start stehen acht Funktionsbausteine zur Verfügung:
| Funktionsbaustein | Funktion | Praxisbeispiel |
|---|---|---|
| Ein-/ (TON/TOF) |
Schaltet den Ausgang verzögert ein und/oder aus | Ein Lüfter läuft nach dem Ausschalten noch 10 Minuten nach |
| Zeitschalter (TP) |
Schaltet den Ausgang für eine feste Dauer ein | Eine Spülpumpe wird per Klick in der Visualisierung gestartet und läuft genau 10 Minuten |
| Betriebsstundenzähler (OPH) |
Zählt die Zeit, in der ein Signal aktiv ist | Wartungsintervall einer Pumpe nach 2.000 Betriebsstunden |
| Summierer/ (INT) |
Summiert einen Durchfluss oder eine Leistung zu einer Gesamtmenge auf | Aus dem Durchfluss in m³/h wird die Fördermenge in m³ |
| Gleitender Mittelwert (MOV) |
Bildet den zeitgewichteten Mittelwert über ein mitlaufendes Zeitfenster | Gleitender Stundenmittelwert für Grenzwerte in der Wasserwirtschaft |
| Schwellwertschalter/ (HYST) |
Schaltet bei einer Einschaltschwelle ein und bei einer Ausschaltschwelle aus | Kühlung ein ab 8 °C, aus unter 6 °C |
| Zeitschaltuhr (SCHED) |
Schaltet nach einem Wochenzeitplan mit Sondertagen | Heizung nur zu den Betriebszeiten, an Feiertagen aus |
| Sonnenauf-/ (ASTRO) |
Schaltet abhängig vom Sonnenstand am Standort | Außenbeleuchtung von der Dämmerung bis zum Morgen |
Zwei Bausteine kommen ganz ohne Quelle aus. Die Zeitschaltuhr arbeitet nach einem frei definierbaren Wochenplan. Der Sonnenauf-/-untergangsschalter berechnet die Zeiten für jeden Tag astronomisch und passt sich so automatisch an die Jahreszeit an. Ein Helligkeitssensor ist dafür nicht nötig.
Bausteine kombinieren
Da jeder Funktionsbaustein selbst ein Datenpunkt ist, kann er wiederum als Quelle für einen weiteren Baustein dienen. So entstehen auch komplexere Abläufe ohne eine Zeile Code:
- Grenzwertüberwachung in der Kläranlage: Ein Gleitender Mittelwert über eine Stunde dient als Quelle für einen Schwellwertschalter. Dieser reagiert nicht auf kurze Spitzen, sondern nur auf eine dauerhafte Überschreitung.
- Entlastungsdauer am Regenüberlaufbecken: Ein Schwellwertschalter erkennt anhand des Pegels, wann das Becken entlastet. Ein nachgeschalteter Betriebsstundenzähler summiert daraus die Entlastungsdauer, die häufig dokumentiert werden muss.
- Wartung nach Laufzeit: Ein Betriebsstundenzähler erfasst die Laufzeit einer Pumpe, ein Alarm meldet das nächste Wartungsintervall. Nach der Wartung wird der Zähler direkt in der Visualisierung zurückgesetzt.
Für Aufgaben, die lokal und ohne Verbindung zur Cloud laufen müssen, bleibt das Lua-Scripting im Universal Cloud Adapter die richtige Wahl. Beide Ansätze lassen sich auch gemeinsam nutzen.
Ab sofort verfügbar
Die Funktionsbausteine stehen allen AnyViz Kunden ab sofort zur Verfügung. Eine ausführliche Beschreibung jedes Bausteins mit Zeitdiagrammen und Beispielen finden Sie in unserer Online-Hilfe.
Die Auswahl an Funktionsbausteinen werden wir schrittweise erweitern. Sie vermissen einen Baustein für Ihre Anwendung? Dann sprechen Sie uns gerne an.


