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Wie schnell lässt sich Fernzugriff auf bestehende Anlagen einrichten?

vor 2 Wochen
Knowledge Base
Techniker schließt kompaktes Industrial-Gateway an Schaltschrank mit SPS-Modulen an, Laptop mit Live-Dashboard im Hintergrund.

Den Fernzugriff auf eine bestehende Anlage können Sie in der Regel innerhalb weniger Stunden einrichten, in vielen Fällen sogar in unter 30 Minuten. Entscheidend ist dabei, welche Steuerung verbaut ist, welches Kommunikationsprotokoll genutzt wird und ob bereits ein Internetzugang am Standort vorhanden ist. Die folgenden Abschnitte beantworten die häufigsten Fragen rund um Voraussetzungen, Sicherheit, Kosten und Protokolle.

Wie lange dauert die Einrichtung eines Fernzugriffs typischerweise?

Die Einrichtung eines Fernzugriffs auf eine Anlage dauert in der Praxis zwischen 15 Minuten und einigen Stunden. Moderne Cloud-basierte Lösungen ermöglichen es, eine Steuerung in unter 30 Minuten mit einer Fernzugriffsplattform zu verbinden, sofern ein Internetzugang am Standort vorhanden ist und die Steuerung ein gängiges Protokoll unterstützt.

Der größte Zeitaufwand entsteht nicht bei der Software, sondern bei der Vorbereitung: Netzwerkfreigaben klären, Hardware beschaffen oder IT-Abteilungen einbinden. Wer diese organisatorischen Schritte im Vorfeld erledigt, kann die technische Inbetriebnahme selbst sehr schnell abschließen.

Bei komplexeren Projekten mit mehreren Standorten, verschiedenen Steuerungstypen oder individuellen Visualisierungsanforderungen sollten Sie einen halben bis ganzen Arbeitstag einplanen. Die eigentliche Verbindung zur Cloud steht dabei meist schon nach wenigen Minuten, der Rest der Zeit fließt in die Konfiguration von Datenpunkten, Dashboards und Alarmierungsregeln.

Welche Voraussetzungen braucht eine Anlage für den Fernzugriff?

Für den Fernzugriff auf eine Anlage brauchen Sie im Wesentlichen drei Dinge: einen Internetzugang am Standort, eine Steuerung mit einem unterstützten Kommunikationsprotokoll sowie eine Software-Komponente, die die Verbindung zur Cloud herstellt. Spezielle Hardware ist in vielen Fällen nicht notwendig.

Im Detail sehen die Voraussetzungen so aus:

  • Internetzugang: Eine Ethernet-Verbindung oder ein Mobilfunkmodem (4G/LTE) am Standort reicht aus. Eine feste IP-Adresse ist bei modernen Cloud-Lösungen nicht erforderlich.
  • Steuerung mit Protokollunterstützung: Gängige Protokolle wie OPC-UA, Modbus, Siemens TCP oder BACnet sind bei den meisten industriellen Steuerungen bereits vorhanden.
  • Cloud Adapter oder Softwarekomponente: Ein kleines Softwarepaket, das auf einem Edge Device, einem Industrie-PC oder direkt auf der Steuerung läuft, stellt die Verbindung zur Cloud her.
  • Keine Portfreigaben in der Firewall: Moderne Lösungen bauen die Verbindung ausgehend auf, sodass Sie keine eingehenden Ports öffnen müssen.

Ältere Anlagen ohne Netzwerkanschluss lassen sich über serielle Schnittstellen wie RS-485 (Modbus RTU) oder RS-232 (M-Bus) anbinden. Ein Edge Device übernimmt dann die Rolle des Gateways und stellt die Verbindung zur Cloud her, ohne dass die Steuerung selbst ans Netzwerk angeschlossen werden muss.

Wie funktioniert der Fernzugriff auf eine SPS oder Steuerung?

Der Fernzugriff auf eine SPS funktioniert über einen Cloud Adapter, der auf einem lokalen Gerät installiert wird und eine verschlüsselte Verbindung zur Cloud aufbaut. Über diese Verbindung können Sie Prozessdaten einsehen, Parameter ändern und im Bedarfsfall auch direkt auf die Steuerungsumgebung zugreifen, ohne vor Ort zu sein.

Der technische Ablauf lässt sich in drei Schritte gliedern:

  1. Verbindung herstellen: Der Cloud Adapter wird auf einem Edge Device oder direkt auf der Steuerung installiert. Er baut eine ausgehende, verschlüsselte Verbindung zur Cloud auf. Dafür benötigen Sie lediglich eine Projekt-ID und ein Onboarding-Passwort.
  2. Datenpunkte konfigurieren: Sie wählen aus, welche Messwerte, Zustände und Parameter übertragen werden sollen. Diese Datenpunkte stehen anschließend in Echtzeit im Cloud-Portal zur Verfügung.
  3. Fernzugriff nutzen: Über das Portal können Sie Visualisierungen aufrufen, Alarme konfigurieren und bei Bedarf eine VPN-Verbindung aktivieren, um direkt mit der SPS-Programmierumgebung zu arbeiten, zum Beispiel für Programmupdates.

Die VPN-Funktion ist dabei besonders praktisch: Mit zwei Klicks bauen Sie eine Verbindung zum lokalen Netzwerk auf und können anschließend so arbeiten, als wären Sie physisch vor Ort. Port-Forwardings oder feste IP-Adressen sind dafür nicht notwendig.

Ist Fernzugriff auf bestehende Anlagen sicher?

Fernzugriff auf Anlagen ist sicher, wenn er technisch korrekt umgesetzt wird. Moderne industrielle Fernzugriffslösungen verschlüsseln die Kommunikation bereits auf Steuerungsebene, bauen Verbindungen ausgehend auf und erfordern keine offenen Ports in der Firewall. Das Sicherheitsniveau ist damit deutlich höher als bei klassischen VPN-Lösungen mit fester IP.

Folgende Sicherheitsmerkmale sollten Sie bei der Auswahl einer Lösung prüfen:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Daten werden bereits auf der Steuerung verschlüsselt, nicht erst auf dem Übertragungsweg.
  • Ausgehende Verbindungen: Der Cloud Adapter baut die Verbindung selbst auf. Eingehende Verbindungen von außen, die Angriffsfläche bieten würden, sind nicht notwendig.
  • Netzwerktrennung: Mit einem Edge Device mit zwei Ethernet-Ports lässt sich das Steuerungsnetzwerk vollständig vom Internet trennen.
  • Benutzerverwaltung: Rollenbasierte Zugriffsrechte stellen sicher, dass jeder Nutzer nur die Daten und Funktionen sieht, die er benötigt.
  • Lokale Datenpufferung: Bei Verbindungsunterbrechungen werden Messwerte lokal zwischengespeichert und nach Wiederherstellung der Verbindung automatisch übertragen. Datenverluste entstehen dabei nicht.

Wichtig ist außerdem, dass Sie die Fernzugriffslösung regelmäßig aktualisieren und Zugangsdaten nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe vergeben. Technische Sicherheit und organisatorische Maßnahmen ergänzen sich dabei gegenseitig.

Welche Protokolle werden für industriellen Fernzugriff unterstützt?

Für industriellen Fernzugriff werden in der Praxis vor allem OPC-UA, Modbus TCP, Modbus RTU, Siemens TCP, Beckhoff ADS, EtherNet/IP, BACnet, M-Bus, CODESYS und MQTT eingesetzt. Diese Protokolle decken den Großteil der in der Industrie, Gebäudeautomation und Versorgungstechnik eingesetzten Steuerungen ab.

Die Wahl des richtigen Protokolls hängt von der vorhandenen Steuerung und der Netzwerkinfrastruktur ab:

  • OPC-UA: Herstellerunabhängiger Standard für moderne Steuerungen, ideal für strukturierte Datenkommunikation mit Metainformationen.
  • Modbus TCP / Modbus RTU: Weit verbreitet in der Industrie und Versorgungstechnik, auch über serielle Schnittstellen (RS-485) nutzbar.
  • Siemens TCP: Direkte Anbindung von Siemens-Steuerungen ohne zusätzliche Konfiguration.
  • BACnet: Standard in der Gebäudeautomation für HLK-Anlagen, Beleuchtung und Energiemanagement.
  • MQTT: Leichtgewichtiges Protokoll für IoT-Geräte und Szenarien ohne zusätzliche Hardware, allerdings ohne lokale Datenpufferung bei Verbindungsausfall.
  • M-Bus: Speziell für Zähler und Messgeräte in der Energiedatenerfassung, über RS-232 mit Pegelwandler nutzbar.
  • LoRaWAN: Für weit verteilte Sensoren ohne feste Stromversorgung, mit Reichweiten von bis zu 10 km auch ohne Mobilfunkempfang nutzbar.

Wenn Sie unsicher sind, welches Protokoll Ihre Steuerung unterstützt, finden Sie die Information in der Dokumentation des Steuerungsherstellers oder im Typenschild der Anlage. In den meisten Fällen unterstützen moderne Steuerungen mehrere Protokolle gleichzeitig.

Was kostet die Einrichtung von Fernzugriff für eine Anlage?

Die Kosten für Fernzugriff auf eine Anlage setzen sich aus drei Komponenten zusammen: Hardware (falls ein Edge Device benötigt wird), Software-Subscription und Inbetriebnahmeaufwand. Die genauen Kosten variieren je nach Projektgröße, Anzahl der Datenpunkte und gewählter Lösung erheblich.

Folgende Kostenfaktoren sollten Sie bei der Planung berücksichtigen:

  • Hardware: Wenn kein geeignetes Gerät vor Ort vorhanden ist, benötigen Sie ein Edge Device oder IoT-Gateway. Einfache Geräte sind bereits für wenige hundert Euro erhältlich. Bei direkter Anbindung über die Steuerung entfällt dieser Posten.
  • Software-Subscription: Cloud-Plattformen für industriellen Fernzugriff werden in der Regel als monatliche oder jährliche Subscription abgerechnet. Die Kosten skalieren meist mit der Anzahl der Datenpunkte, Geräte oder Nutzer.
  • Inbetriebnahme: Bei einfachen Projekten können Sie die Einrichtung selbst vornehmen, da moderne Lösungen keine Programmierkenntnisse erfordern. Bei komplexeren Anlagen oder individuellen Anforderungen kann externer Aufwand anfallen.
  • Laufende Kosten: Neben der Subscription sollten Sie Mobilfunkkosten einkalkulieren, wenn der Standort über 4G/LTE angebunden wird.

Grundsätzlich gilt: Cloud-basierte Lösungen sind für kleine Projekte oft günstiger als On-Premise-Systeme, weil keine eigene Serverinfrastruktur betrieben werden muss. Für größere Projekte mit vielen Standorten lohnt sich ein Vergleich verschiedener Anbieter und Lizenzmodelle.

Fernzugriff mit AnyViz von Mirasoft einrichten

Wir bei Mirasoft haben AnyViz genau für diesen Anwendungsfall entwickelt: Anlagen schnell, sicher und ohne Programmierkenntnisse aus der Ferne überwachen, bedienen und analysieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine einzelne Maschine oder ein verteiltes Netz aus Standorten verwalten.

Was AnyViz für den Fernzugriff auf bestehende Anlagen konkret bietet:

  • Verbindung zur Cloud in unter 5 Minuten über kostenlos verfügbare Cloud Adapter für Linux, Windows und gängige Steuerungsplattformen
  • Unterstützung aller relevanten Protokolle: OPC-UA, Modbus, Siemens TCP, Beckhoff ADS, EtherNet/IP, BACnet, M-Bus, CODESYS und MQTT
  • Integrierte VPN-Funktion für vollständigen Netzwerkzugriff, inklusive SPS-Programmierumgebung, ohne feste IP-Adresse oder Port-Forwarding
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bereits auf Steuerungsebene sowie lokale Datenpufferung bei Verbindungsunterbrechungen
  • Echtzeit-Visualisierung, Alarmierung per Push, E-Mail oder SMS sowie Multiuser-Zugriff mit rollenbasierten Rechten
  • Flexible Subscriptions für kleine Einzelprojekte bis hin zu komplexen Mehrstandortlösungen

Wenn Sie AnyViz selbst ausprobieren möchten, können Sie sich jetzt kostenlos registrieren und den vollen Funktionsumfang ohne Vorabinvestition testen.

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